Mittwoch, 16. Januar 2019

Road Trip

Hey Leute,

Ich weiß, dass es etwas spät kommt, aber ich hoffe, dass ihr alle einen guten Start ins Neue Jahr hattet, vielleicht auch mit ein paar Vorsätzen, obwohl man die eh nicht einhält.

Mein Silvester war ja jetzt nicht so spektakulär. Ich weiß echt nicht, was mit den Briten los ist. Von Feuerwerk war in den einzelnen Städten jedenfalls nicht viel zu sehen. Lediglich in großen Städten, Manchester, etc. gab es ein großes Feuerwerk. Normalerweise wäre meine Familie ja nach London gefahren, aber mein Gastvater darf aufgrund seiner OP keine langen Strecken fahren darf. Also fiel London flach.

Dafür habe ich ein bisschen mit meiner Mum telefoniert bzw. haben wir einen Video Anruf gemacht und zusammen ein Spiel gespielt. Es wurde schon recht lustig, dass ich einfach dort mit am Tisch saß und die Spielsteine vor mein Handy gestellt wurden, um zu spielen.

Und Wachsgießen haben wir auch zusammen gemacht, wobei für mich ein Schaf und eine Eichel dabei rauskamen. Ich muss sagen, meine Zukunft für das Jahr 2019 ist echt vielversprechend. Ganz viel Liebe...

Am fünften Januar kam dann meine neue Gastschwester aus Argentinien. Ihr Name ist Paz und an sich ganz nett. Wir verstehen uns super.

Einziges Problem war nur, dass sie mitten in der Nacht meint, weinend in mein Zimmer zu kommen, weil sie nicht schlafen konnte. Ich weiß ja nicht, warum alle in der Nacht in mein Zimmer kommen. Vielleicht hat es so eine magische Anziehungskraft. Aber was könnte ich darab ändern, dass sie nicht schlafen kann. Jedenfalls konnte ich dann auch nicht mehr schlafen. Und lag bestimmt vier Stunden wach.

Am Montag waren Laura und ich dann bei dem Selbstverteidigungskurs. Ju Jitsu. Am Anfang war ich eher so: Hmm, ich weiß ja nicht, ob ich das jetzt machen möchte. Aber im Endeffekt war es mega cool. Wer würde schon zu der Möglichkeit, Leute zu schlagen, "Nein" sagen.

Schule hat ja dann am Dienstag wieder begonnen. Natürlich konnte man meine super, krasse Motivation regelrecht spühren. Wir waren alle viel zu gestresst, weil wir Mocks ( also wie Vorprüfungen) geschrieben haben. Die gingen an sich. Chemie war absolute Scheiße, aber jeder hat da schlecht abgeschnitten und im Endeffekt bin ich zweitbeste aus der Klasse. Mathe war ganz in Ordnung, Media auch. Ich hatte nur Probleme mit der Zeit. Deutsch brauche ich, glaube ich, nicht erwähnen.

Am Wochenende haben wir einen kleinen Road Trip mit der Familie gemacht. Zuerst sind wir zu einem Berg gefahren und sind auch bis zur Spitze hoch gelaufen. Es war hier nur dezent windig, würde ich sagen, sodass wir fast weggeflogen wären. Die Aussicht war dafür mega schön und dafür hat sich der anstrengende Weg nach oben echt gelohnt.










Danach sind wir nach Cowny gefahren. Die Stadt hat eine Burgruine und ist von den Burgmauern umgeben. Diese sind wir natürlich entlanggelaufen und hatten einen guten Überblick über die ganze Stadt. Außerdem gab es dort das kleinste Haus in ganz Großbritannien.


















Nächster Stop und letzter Stop war Llandudno. Die kleine Stadt liegt genau am Meer und ist so schön. Während unsere Gasteltern und Emilie für Businesskram in der Stadt waren, dürften wir die Zeit verbringen, wie wir wollten. Und so erkundeten wir etwas die Stadt und sind zum Pier gegangen und diesen langgelaufen. Die Klippen waren auch super schön und haben mich sofort wieder an Harry Potter erinnert.









Danach sind wir noch etwas durch die Geschäfte in der Stadt geschlendert, ehe wir wieder nach Hause gefahren sind.

Das war es dann auch schon erst einmal wieder von mir. Ich weiß nicht, wann der nächste kommen wird. Also wünsche ich euch erst einmal ein paar schöne, hoffentlich nicht so stressige Wochen.

Eure Michelle 

Sonntag, 30. Dezember 2018

Merry Christmas

Hey Leute,

Ja, es hat eine Weile gedauert, einfach nur, weil ich so unmotiviert war und das Weihnachtsfest mit meiner Familie genießen wollte. Aber jetzt kommt ja ein neuer Eintrag.

Ich beginne mal damit, dass es dieses Jahr hier kein typisch britisches Weihnachten geworden ist, weil der Vater meiner Gastmutter zwei Wochen vor Weihnachten einen Herzinfarkt hatte und somit ins Krankenhaus musste. Es ist so schlimm, dass er sich nicht wirklich bewegen kann. Und das hat die ganze Familie natürlich mitgenommen, sodass nichts für Weihnachten groß geplant war.

Erst einmal gab es natürlich von der Kirche aus ein Weihnachtsfest, bei dem wir verschiedene Spiele gespielt und gewichtelt haben.

Natürlich gab es auch ganz viel zu essen. Weil meine Gastmutter von meinen guten deutschen Plätzchen so geschwärmt hatte, wollte alle welche probieren, sodass ich mit Emilie und Laura einen Tag vorher welche gebacken hatte. Das ist ziemlich lustig geworden und wir hatten echt eine Menge Spaß. Einige Plätzchen sind vielleicht etwas schöner geworden als andere, was wahrscheinlich daran lag, dass uns die Kreativität ausging. Na ja, wohl eher die Lust...










Zurück zu der Party. Während ich ein Wichtelgeschenk mitgebracht habe, was echt für jeden etwas sein konnte und nicht irgendein Kram war, haben andere wohl eine etwas andere Meinung gehabt. Letztendlich habe ich eine total tolle Lichterkette bekommen. Ich muss sagen, dass sie schon super und genial war, sodass ich sie die nächsten drei Weihnachtstage einfach tragen musste.







Auf dem Weg nach Hause haben die Leute Emilie und mich ganz komisch angesehen. Emilie hat sich gefragt, warum das so war. Einfacher Grund: die pure Schönheit meiner Lichterkette, womit ich natürlich aufgefallen bin wie ein bunter Vogel.

Heiligabend ist ja hier jetzt nicht unbedingt spannend. Während ihr alle wahrscheinlich eure Geschenken öffnen durftet und mit eurer Familie zusammen saßt, haben wir nichts gemacht.

Wir sind am Abend nur in die Kirche gegangen, wo wir alles über die Weihnachtsgeschichte gehört und viel gesungen haben. Danach haben Emilie, Laura und ich eine kleine Übernachtungsparty gemacht, wo wir heiße Schokolade getrunken, Kekse gegessen und einen Weihnachtsfilm geschaut haben.

Wie man es ja normalerweise kennt, öffnet man die Geschenke in Großbritannien am Morgen des ersten Weihnachtstages. Schön, wäre es gewesen, da meine Gastmutter etwas in ihrem Laden geplant hatte.

Sie hat Leute eingeladen, die keine Familie haben, um Weihnachten mit dieser zu verbringen, in ihrem Shop zu kommen und mit uns Weihnachten zu "feiern". Wir saßen also alle im Shop, haben gegessen, gesungen und Spiele mit den Leuten gespielt.





Das ging so lange, dass wir erst um 17 Uhr wieder zu Hause waren und erst dann Bescherung gemacht haben. Dabei hatte meine Gastmutter Angst vor meinem Geschenk, weil ich meinte, dass es selbstgemacht ist. Im Endeffekt hat sie sich aber mega drüber gefreut. Meine Meinung nach habe ich viel zu viel bekommen. Meine Familie meinte es wohl zu gut mit mir.

Am nächsten Tag gab es dann erst das typsiche Weihnachtsessen mit der ganzen Familie. Und das war echt lecker. Es gab Truthahn, Kartoffeln und ganz viel Gemüse. Natürlich darf der Rosenkohl nicht fehlen. Das Lieblingsgemüse meiner Gastmutter. Einfach nicht fragen, warum.



Danach gab es noch Kuchen und Eis. Ich war von dem Esssen schon so rund, dass Laura und ich uns ein Stück Kuchen geteilt und auf Eis verzichtet hatten. Später haben wir dann noch Spiele gespielt und einfach gequatscht.



Die nächsten zwei Tage waren einfach nur dazu da, um zu entspannen. Ich war unendlich müde vom ganzen Weihnachtsstress. Aber irgendwie hat Emilie es geschafft, mich und Laura zu überreden, mit ihr, ihrem Freund und unseren Gasteltern essen zu gehen. Ja, wie ihr seht, wir waren nur am Essen.

Danach haben wir noch einen kleinen Spaziergang am Strand gemacht, wobei Emilies Freund die gradiose Idee hatte, einen Ball mitzunehmen, um Fußball zu spielen. Das eine Mal, ging das wohl ganz schön in die Hose. Und mir wurde mal wieder bewusst, dass ich für Fußball einfach nicht geeignet bin. Aber dennoch hatten wir einen schönen Tag.





Das waren auch schon meine Weihnachten. Wie Silvester wird? Keine Ahnung. Ich glaube, das wird genauso ohne Plan ablaufen wie das Weihnachtsfest. Normalerweise fahren sie ja immer nach London, aber dieses Jahr können wir das nicht machen, weil meiner Gastvater aufgrund seiner Operation keine langen Strecken fahren darf. Und so bleiben wir wieder im Ungewissen.

Was steht sonst noch so an? Zu meinem Bedauern leider Hausaufgaben und lernen, lernen, lernen, weil unsere Lehrer auf die fantastische Idee gekommen sind, die Vorprüfungen auf die ersten beiden Woche nach den Ferien zu legen. Danke dafür.

Aber am 5.1 kommt eine weitere Austauschschülerin, aus Argentinien übrigens, zu uns, die dann bis zum Ende des Schuljahres bleibt, während Laura uns schon Ende Januar verlässt.

Das war es auch schon wieder. Vorerst. Bestimmt finde ich etwas Zeit nächste Woche, um euch von meinem Silvester und meiner neuen Gastschwester zu berichten. Euch wünsche ich auf jeden Fall einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Eure Michelle